Welche Geschichte erzählst Du?

Neulich hörte ich einen Vortrag, der dieses Konzept sehr deutlich veranschaulichte.
Eine Frau erzählte Geschichten von zwei unterschiedlichen Personen. Die eine hatte viele Herausforderungen und ihr Weg schien beschwerlich und nicht besonders glücklich.
Die andere war eine Frohnatur, die ihren Weg mit Leichtigkeit ging und dankbar war für die Weisheit, die ihr Leben ihr vermittelt hatte.
Beim Zuhören stellte man sich die zwei geschilderten Frauen bildlich vor. Dann sagte die Vortragende, dass es sich bei beiden um ein und dieselbe Person handelte, nämlich sie selbst.
Hast Du schon einmal darauf geachtet, welche Geschichte Du von Dir selber erzählst? Welches Bild zeichnest Du von Dir? Was denkst Du über Dich? Könntest Du die Geschichte auch anders erzählen?
Auf meinen vielen Reisen alleine in meinen 20ern und 30er Jahren, lernte ich immer wieder neue Leute kennen und erzählte auch immer wieder von mir. Irgendwann hielt ich inne, denn ich merkte deutlich, wie ich immer wieder eine Identität präsentierte, die ich zwar für stimmig hielt, die mir aber tatsächlich irgendwann wie eine immer gleiche Geschichte vorkam. Dadurch wurde mir klar, wie sehr ich mich schon 'festgefahren' hatte auf der Schiene meiner gezeigten Persönlichkeit. Ich überlegte mir, was ich damit wohl darstellen wollte. Und auch, welche Stories mich wohl (aus meiner Sicht) ausmachten. Natürlich wurde mir das damals deutlicher klar, da ich in kurzen Abständen über einen längeren Zeitraum (ich verreiste meist einige Wochen bis Monate) durch die Begenung mit unterschiedlichsten Menschen mit meinen wiederkehrenden, gleichbleibenden Geschichten konfrontiert wurde.
Aber man kann das auch einfach mal so für sich hinterfragen.
Wie wäre es, wenn Du Deine Geschichte neu erzählst? Reflektiere Deine Herausforderungen einmal in dem Licht, was sie Dir bisher gebracht haben, was Du daraus gelernt hast.
Bei der eingangs erwähnten Frau war es zum Beispiel so, daß sie einen Mann kennenlernte und heiratete, der bereits Kinder hatte. Als sie probierten, weitere Kinder zu bekommen, gelang es nach vielen Versuchen nicht und sie gab traurig auf. Sie erzählte die zweite Geschichte ganz anders, mit den Worten: 'sie wurde Mutter von zwei wunderbaren Töchtern'. Allein dieser Perspektivenwechsel von Verlust zu Gewinn macht so einen Riesenunterschied.
Gibt es in Deinem Leben auch Begebenheiten, die Du von zwei entgegengetzten Seiten betrachten könntest und in Deiner Erzählung umformulieren könntest?
Mit was identifizierst Du Dich, welches Bild hast Du von Dir und möchest, das andere von Dir sehen? Am wichtigsten ist dabei allerdings nicht, was bei den anderen ankommt, sondern tatsächlich, was Du Dir damit über Dich selber erzählst.
Probier es mal aus, Deine Geschichte neu zu schreiben, anders zu erzählen!


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